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Nachrichten und Stories
02.04.2007 - Freiburg positioniert sich als teilnehmerstarker Halbmarathon
Gerhard Schneble verhindert Siegesserie von Max Frei – Birgit Bartels gewinnt zum dritten Male nach 2004 und 2005
Keineswegs ein Aprilscherz sind die 11 011 Anmeldungen, die runabout-Chef Gernot Weigl als Veranstalter des Freiburg-Marathon am Sonntagnachmittag zum Abschuss des vierten Kultlaufes durch die Universitätsstadt an der Dreisam nennen konnte. „Innerhalb von nur vier Jahren ist es uns gelungen, mit Freiburg eine besondere Position zu setzen!“ freute sich Weigl über die 8 839 Anmeldungen im Halbmarathon-Wettbewerb, die damit Freiburg im bundesweiten Ranking hinter Berlin und Stuttgart auf Platz drei bringen werden. Sorgen machen muss sich der Freiburg-Marathon allerdings über die Resonanz beim eigentlichen Hauptwettbewerb, denn über die Marathondistanz schrieben sich lediglich 2 172 LäuferInnen ein.
Trend hin zum Halbmarathon?
Dies ist allerdings kein „Freiburger Phänomen“, sondern eher ein allgemeiner Trend in der bundesdeutschen Lauflandschaft: Während die Beteiligung bei Wettbewerben über die klassische olympische Distanz, zugegeben in Deutschland auf hohem Niveau stagniert bzw. leicht rückläufig ist, boomt die Resonanz auf Unterdistanzen dort, wo diese als Ergänzungen angeboten werden. Weigls Veranstaltungsagentur runabout will dabei einen Zusammenhang zwischen der allgemein vorherrschenden Wirtschaftssituation und der Marathon-Beteiligung festgestellt haben. „Es ist auffällig“, so Weigls Analyse, „dass zu Zeiten eines Wirtschaftsabschwungs die Marathonzahlen eher nach oben gehen, während diese bei einem Wirtschaftsaufschwung eher rückläufig sind. Unsere Analyse zeigt, dass Laufen eher Erlebnischarakter bekommt, weil die Ernsthaftigkeit für eine Marathon-Vorbereitung auf der Strecke bleibt!“
Weigls These wird alleine bei einem Blick in die Ergebnislisten untermauert. Wenn die Schlusslichter des Halbmarathon-Wettbewerbs nach 3:30:19 (Frauen) bzw. 3:48:22 (Männer) ins Ziel eingelaufen waren, dann ist dies zweifellos eher ein Ausdruck unserer „Spaßgesellschaft“, wo Leistung im eigentlichen Sinne in den Hintergrund tritt, als ein Beleg fundierten Ausdauertrainings. Gerade vor stimmungsvoller Kulisse in Freiburgs Altstadt wird selbst ein Halbmarathon zum Kultlauf, bei dem man/ frau einfach dabei sein muss... 7606 waren es bei der vierten Auflage, die wie Dr. Bernd Dallmann, der Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe, der Vater der Weltklasse-Schwimmerin und Staffel-Weltrekordlerin Petra Dallmann, ins Ziel auf dem neu gestalteten Zielareal auf dem Messegelände einliefen. Trotz für Läufer nahezu idealen Witterungsbedingungen kamen allerdings nur 1866 nach den 42,195 km ins Ziel. Für die Freiburger bedeutet dies auf der ursprünglichen Kerndistanz ein Minus von über 1000 Finishern, denn noch im Vorjahr wurde der Freiburg-Marathon bundesweit als Nummer neun mit 2912 Finishern geführt!
„Feierabendläufer“ Gerhard Schneble zerstört Max Frei’s Hoffnungen auf einen Hattrick
Trotz einer 40 Stunden-Woche als Landschaftsgärtner findet Gerhard Schneble aus dem nahe der Schweizer Grenze gelegenen Gailingen noch ausreichend Zeit und Muße, um als Feierabendläufer mit seinem Start-Ziel-Sieg bei der vierten Auflage des Freiburg-Marathon in 2:27:22 Stunden einen besonderen Akzent zu setzen. Der 38jährige Routinier mit einer Bestzeit von 2:20:57 Stunden hatte sich dabei erst am Sonntagfrüh nachgemeldet und mit der Startnummer hohen 2232 von Beginn an für Furore gesorgt. „Eigentlich wollte ich eher Halbmarathon laufen, weil mein erklärtes Ziel der Hamburg-Marathon in vier Wochen ist. Aber dann habe ich mich doch für einen ‚langen Lauf’ durch Freiburg entschieden“, erklärte Gerhard Schneble seinen Last-Minute-Einsatz. Zeitweise 200 m zurück die Verfolger mit dem einheimischen Max Frei, der nach einem Halbmarathonsieg bei der Premiere die beiden voran gegangenen Auflagen dominiert hatte.
„Nach 25 km war Max kurzzeitig zu mir aufgelaufen“, schilderte Schneble den Rennverlauf durch die Universitätsstadt, „ich konnte mich aber drei Kilometer später mit einer Tempoverschärfung wieder absetzen“. „Da hatte ich keine Chance mehr“, so Max Frei bei seiner Rennanalyse, „deshalb habe ich in Zähringen eher danach geschaut, wo denn der Dritte bleibt!“
Dritter Sieg für Birgit Bartels mit Strecken- und Hausrekord
Nicht nur bei den Männern gab es einen neuen Kursrekord, sondern auch bei den Frauen. Bei ihrem Hattrick lief die in Freiburg lebende Birgit Bartels mit 2:50:52 sogar einen persönlichen Hausrekord. Und dies, nachdem die für den SV Kirchzarten startende ebenfalls 38jährige mit einer Halbtagsstelle als Diplomsportlehrerin vor zwei Wochen erst als Dritte beim Öger Tours-Marathon in 2:57:12 Stunden im türkischen Antalya eingelaufen war. Birgit Bartels hat übrigens noch keinen Freiburg-Marathon ausgelassen, im Vorjahr lief sie hinter der Schweizer Überraschungsersten Sandra Kym auf Rang zwei ein.
Gute Qualität beim Halbmarathon
Qualitativ besser lesen sich allerdings die Ergebnisse beim fast zwei Stunden später gestarteten Halbmarathon-Wettbewerb. Der Eltinger Tobias Sauter setzte sich gegen das Duathlon-Ass Jonathan Post in 1:06:69 Stunden durch. Auch der Drittplatzierte, der Berglauf-Langdistanz-Weltmeister Helmut Schiessl, durfte sich auf der Flachdistanz über eine bemerkenswerte Verbesserung auf 1:08:39 Stunden freuen. Ihren Vorjahreserfolg konnte hingegen Christine Schleifer von der LG Neckar-Enz wiederholen. Für sie wurden 1:16:30 gestoppt. „Ich habe mir eine große Blutblase gelaufen, die mir ganz schön Schmerzen verursacht hatte. Sonst wäre es noch besser gelaufen“, freute sich die 24jährige Pforzheimerin, die künftig verstärkt auf der Straße zu finden sein wird und hier sicherlich als eine Hoffnungsträgerin gelten kann.
Wilfried Raatz
Ergebnisse Freiburg-Marathon (1.4.) Marathon: Männer: 1. Gerhard Schneble (TV Gailingen) 2:27:22, 2. Max Frei (PTSV Jahn Freiburg) 2:29:04, 3. Stefan König (USC Freiburg) 2:30:54, 4. Hanspeter Scherr (TuS Lörrach-Stetten) 2:32:32, 5. Jürgen Reiser (LG Odenwald) 2:34:41, 6. Ulrich Benz (LG Brandenkopf) 2:34:45, 7. Michael Lingua (Sui) 2:38:17, 8. Thomas Wodisz (SV Laufen) 2:38:36.
Frauen: 1. Birgit Bartels (SV Kirchzarten) 2:50:21, 2. Doro Grupp (Team Leo Sport) 2:53:43, 3. Beate Roth (SSV Ulm) 2:53:53, 4. Katharina Henning (Freiburg) 2:57:54, 5. Sandra Kym (Sui) 2:58:42, 6. Barbara Dieterle (LG Uni Konstanz) 3:01:44, 7. Marie-Luise Heilig-Duventäster (LG Welfen, Jg. 61) 3:04:29.
Halbmarathon: Männer: 1. Tobias Sauter (TSV Eltingen) 1:06:49, 2. Jonathan Post (TSG Heilbronn) 1:07:29, 3. Helmut Schiessl (TSV Buchenberg) 1:08:39, 4. Nouredine Kechad (Fra) 1:09:48, 5. Dominik Ulrich (USC Freiburg) 1:10:44, 6. Fabian Lafrenz (LG Neckar-Enz) 1:10:48.
Frauen: 1. Christine Schleifer (LG Neckar-Enz) 1:16:30, 2. Nicole Ploog (LG Leinfelden-Echterdingen) 1:19:21, 3. Bettina Maurer (Sui) 1:19:53, 4. Barbara Imgraben (TV Britzingen, Jg. 61) 1:22:47.
wira
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