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26.03.2007 - Deutsche Junioren als bestes Europäisches Team auf Rang zwölf

Starker Auftritt des DLV-Teams bei Extrem-Bedingungen

Einen nachhaltig guten Eindruck hinterließen die Junioren als einzige Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei den 35. IAAF-Cross-Weltmeisterschaften unter den vorherrschenden subtropischen Bedingungen in Mombasa. „Das ist mehr als wir erwarten konnten“, zeigte sich Nachwuchs-Bundestrainer Werner Grommisch zufrieden, denn die DLV-Junioren schafften als Zwölfter die beste Platzung aller in Mombasa angetretenen europäischen Mannschaften.

In der „afrikabereinigten europäischen Rangliste“ folgte nach der deutschen Mannschaft (258 Punkte) auf den nächsten Plätzen mit Groß-Britannien (264), Italien (302) und Spanien (337) durchaus Nationen, die gerade im Crosslaufen ein gewichtiges Wort mitzureden haben. An der Spitze zeigte einmal mehr Kenia einen Touch jenes schier unerschöpflichen Potentials. Im Konzert der Afrikaner setzten sich die Gastgeber unerwartet jedoch mit der Idealpunktzahl 10 vor Eritrea (44), Äthiopien (54) und Uganda (55) in einer beeindruckenden Formation durch. Als bestes nichtafrikanisches Team landete Japan auf Rang 9, dann bereits das deutsche Quartett als Zwölfter.

In der Besetzung Thorsten Baumeister, Rico Schwarz, Jonas Matti Markowski und Manuel Stöckert sowie Christian Hengmith gingen die DLV-Junioren kein Risiko ein und starteten angesichts der extremen Bedingungen mit 35° (!) Celsius und einer Luftfeuchte von über 70 Prozent äußerst vorsichtig. „Die Jungs haben sich genau an unsere Marschroute gehalten“, lobte Grommisch dann auch „seine“ Jungs. „Alle haben jede Möglichkeit genutzt, um sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einigermaßen zu kühlen!“ Aber genau das war das große Problem auf dem Mombasa Golf Course direkt am Indischen Ozean, denn weder die versprochenen Sprinkler-Anlagen funktionierten, noch waren ausreichend Helfer zur Stelle, um die bereit stehenden Trinkflaschen zu reichen. So mühten sich hier gerade die deutschen Betreuer wie auch der deutsche Vorsitzende der IAAF-Cross-Kommission Otto Klappert um den Wassernachschub. „Es macht mich stolz, was unsere Junioren hier abgeliefert haben“, freute sich Prof. Helmut Digel, der als IAAF-Organisations-Delegierter vor Ort Einfluss zu nehmen versuchte, über den erfolgreichen Auftritt. „Und vor allem aber, dass diese jungen Menschen diese stimmungsvolle Veranstaltung trotz aller Probleme erleben durften!“

Für die beste Einzelplatzierung sorgte dabei Thorsten Baumeister auf Position 57, der für die 8 km-Strecke 27:15 Minuten benötigte und damit sogar viertbester Europäer wurde. „Ich bin schon nach der ersten Runde praktisch am Limit gelaufen“, deutete der hoch aufgeschossene Blondschopf aus Trier die Belastung im Grenzbereich an. Mit Kreislaufbeschwerden musste Baumeister allerdings zur Beobachtung in das Krankenhaus eingeliefert werden. Mannschaftsarzt Dr. Andreas Nies konnte ihn allerdings nach kurzem Aufenthalt in bester Laune wieder mit ins Mannschaftsquartier nehmen. „Aber es war ein supergeiles Erlebnis“, freuten sich unisono die deutschen Junioren über ihren klasse Auftritt, der dank einer überaus geschlossenen Teamleistung mit nur 27 Sekunden Differenz zwischen Baumeister, Schwarz (65.), Markowski (67.) und Stöckert (69.) untereinander zustande kam.

„Jetzt ist es wichtig, dass wir auf diesem Superergebnis aufzubauen können. Dabei geht es nicht nur darum, die Qualifikation für die Europameisterschaften in Hengelo zu schaffen, sondern dort auch eine entsprechende Platzierung zu erreichen“, blickt Grommisch bereits in Richtung Bahnsaison. „Mit dieser Mannschaft wollen wir aber auch bei der Cross-EM in Dezember in Toro was reißen“, fügt kess der Berliner Matti Markowski hinzu. „Dann haben wir bestimmt auch Alexander Adam dabei“. Der deutsche Cross-Jugendmeister und EM-Siebte aus Leverkusen hatte zugunsten seiner Bahnvorbereitung auf den gewiss riskanten Start in Kenia verzichtet.

Wilfried Raatz


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